Pure Ästhetik durch Keramikimplantate

Die überwiegende Mehrzahl der in Deutschland gesetzten Implantate besteht aus Titanium. Das Material ist vielfach erprobt und verursacht keine allergischen Reaktionen.

Eine metallfreie Versorgung aus Zirkonoxid ist dennoch oftmals vorzuziehen. Neben der Tatsache, dass einige Patienten sich damit schlicht wohler fühlen, sind ästhetische Überlegungen ein entscheidendes Kriterium.

Die Hochleistungskeramik Zirkonoxid ist dem natürlichen Zahn sehr ähnlich, weshalb es vom Zahnfleisch schneller und besser aufgenommen wird, das sich schon nach kurzer Zeit um das Implantat schmiegt, als wäre es ein eigener Zahn. Das Entzündungsrisiko wird dadurch reduziert.

Durch den natürlichen Rückgang des Zahnfleischs können die Ränder der Implantate mit der Zeit sichtbar werden. Gerade im Frontzahnbereich führt das bei metallischen Materialien zu unansehnlichen Ergebnissen. Die weißen Keramikimplantate aus Zirkonoxid bieten eine ästhetisch anspruchsvolle Alternative.

Zahnimplantate aus Titan

Die meisten der heute verwendeten Zahnimplantate bestehen aus hochreinem Titan. Sie haben ein schraubenförmiges oder zylindrisches Design und sind zwischen sechs und zwanzig Millimeter lang. Titan hat den Vorteil, dass es sehr gewebefreundlich (biokompatibel) ist und hervorragend mit dem Kieferknochen verwächst (Osseointegration), was die enorme Haltekraft eines Implantats bewirkt.

Allergische Reaktionen auf Titan sind eine extreme Rarität. Auch künstliche Hüft- oder Kniegelenke werden in der Regel aus Titan gefertigt.

Bei Zahnimplantaten besteht eine Erfolgswahrscheinlichkeit von 95 Prozent, dass sich diese nach zehn Jahren in Funktion im Mund befinden. Allein in Deutschland werden jährlich etwa eine Million Implantate gesetzt.

Zahnimplantate aus Keramik (Zirkoniumdioxid)

Eine vergleichsweise neue Entwicklung stellen die Zahnimplantate aus Zirkoniumdioxidkeramik dar. Dieser Werkstoff findet beispielsweise in Raumfahrt und der Formel1 Verwendung. Er ist sehr viel härter und hat eine dreifach höhere Biegefestigkeit als Titan. Das Zirkoniumdioxidimplantat hat drei große Vorteile gegenüber einem Implantat aus Titan.

Erstens bietet es eine verbesserte Ästhetik, da das Material weiß ist und so der natürlichen Zahnfarbe deutlich näher kommt als das Titanimplantat, welches grau ist. Dies ist besonders wichtig, wenn ein Implantat im Frontzahngebiet benötigt wird und die, das Implantat bedeckende Schleimhaut besonders dünn ist. So gehören das unschöne schwarze Durchschimmern des Implantates durch die Schleimhaut und schwarze Ränder der Vergangenheit an.

Zweitens ist Zirkondioxid sehr gewebeverträglich und das Zahnfleisch lagert sich optimal an das Implantat an. Auch lagert sich auf Zirkondioxid deutlich weniger Plaque an als auf Titan. Das Risiko einer Zahnfleischentzündung, welche die Hauptursache für Implantatverlust darstellt, wird deutlich vermindert.

Drittens gibt es keine Allergien gegen die Keramik Zirkondioxid. Somit stellt das Zirkoniumdioxidimplantat eine gute Alternative für Patienten dar, welche die Verwendung von Metallen im Körper ablehnen oder bei denen eine Titanallergie besteht. Allerdings sind bei der Verwendung von Zirkoniumdioxidimplantaten auf Grund des Designs und des Materiales einige Dinge zu beachten.

Da Zirkoniumdioxidimplantate einteilig sind, ist nur eine offene Einheilung möglich, die besonders hohe Ansprüche an die Mundhygiene stellt. Damit Zirkoniumdioxidimplantate eine feste Verbindung mit den Knochen eingehen, ist eine unbelastete Einheilung unbedingt notwendig, d.h. die Implantate müssen vor Kaubelastung oder der Manipulation durch die Zunge des Patienten geschützt werden.

Die Einheilung dauert etwas länger als bei Titanimplantaten, was für den Patienten jedoch kaum einen Nachteil darstellt, zumal er durchgängig mit einem festsitzenden Provisorium versorgt ist. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die implantologischen Möglichkeiten durch Zirkondioxid immens bereichert wurden. In Teilbereichen ist die keramische Versorgung jener mit Titan vorzuziehen.

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