Das Milchgebiss

Wechselgebiss mit WackelzahnDer berühmte Wackelzahn stößt bei seinem kleinen Publikum auf recht geteilte Reaktionen: die einen verlassen schreiend den Saal, während die anderen begeistert johlen.

Für uns Zahnmediziner ist er in erster Linie die Folge einer genialen Erfindung der Natur: dem Milchgebiss.

Das Milchgebiss

Die Kiefer von Neugeborenen und Kleinkindern sind noch nicht groß genug, um ein vollständiges Erwachsenengebiss zu beherbergen. Um den Kleinen dennoch eine vernünftige Nahrungsaufnahme zu ermöglichen, bildet sich das aus nur 20 Zähnen bestehende Milchgebiss aus.

Wenn die Milchzähne auch kein Leben lang halten müssen, so bedürfen sie doch derselben Pflege und zahnärztlichen Kontrolle wie die späteren, bleibenden Zähne. Denn gerade die Milchzähne sind für Karius und Baktus ein Leibgericht.

Zudem ist es bei Kindern wichtig, sie möglichst früh an das tägliche Zähneputzen zu gewöhnen. Je früher man der kindlichen Zahnpflege eine gewisse Ritualität verleihen kann, desto besser wird sich das Bewusstsein für die Mundhygiene bei den Kleinen festsetzen.

Der Ablauf der frühkindlichen Versorgung

Es wäre unseriös, feste, allgemeine Zeitpunkte für die optimale Versorgung zu benennen. Jedes Kind entwickelt sich in seinem eigenen Tempo und darauf gilt es in allen medizinischen Fragen Rücksicht zu nehmen.

An dieser Stelle finden Sie also nur eine ungefähre Richtschnur. Die Behandlungsdetails sollten Sie stets gemeinsam mit Ihrem (Kinder-) Zahnarzt planen.

  1. Die erste, lactale Dentition (das sogenannte Zahnen) erfolgt etwa ab dem 18. Lebensmonat und ist im Normalfall mit dem 30. Lebensmonat abgeschlossen. In dieser Phase sollten Sie uns etwa halbjährlich aufsuchen.
  2. Schon mit dem ersten Zahn entsteht die Notwendigkeit der Pflege. An eigenständiges Putzen ist natürlich noch nicht zu denken. In unserer Klinik und im Fachhandel erhalten sie geeignete Babyzahnbürsten und -pasten.
  3. Ab dem vierten Lebensjahr sollte das Kleinkind an das eigenständige Putzen herangeführt werden (Sie sollten weiterhin kontrollieren und nachputzen). Die meisten Kinder gehen mit Freude und Neugierde ans Werk, andere begegnen der neuen Pflicht mit sichtlichem Widerwillen. In diesem Fall ist es ganz besonders wichtig, mit gutem Beispiel voran zu gehen und die Mundhygiene als gemeinsames Ritual einzuführen. Auf keinen Fall sollte hier schon von Karius und Baktus gesprochen werden: das schafft Ängste und die werden dem Kind unter Umständen bleiben.
  4. Sofern die Möglichkeit besteht, sollten Sie auch nach seinem Eintritt ins Schulalter noch gemeinsam mit dem Kind die Zähne putzen. Es soll zu jeder Zeit erfahren, dass das Zähneputzen einfach niemals auszufallen hat.
GAP-Prevent